Depression

Das Wort Depression wird vom lateinischen Wort „deprimere“ abgeleiteit und bedeutet übersetzt „niederdrücken“. Damit wird eine ernsthafte psychische Erkrankung beschrieben, die sich unter Anderem durch eine anhaltende gedrückte und traurige Stimmung auszeichnet.

 

Was ist eine Depression?

 

Patienten, die an einer Depression erkranken, leiden unter einer dauerhaften und tiefen Traurigkeit. In der Regel fühlen sich Betroffene diesem Gefühl ausgeliefert und schaffen es nicht, sich aus eigener Kraft daraus zu befreien. Zudem treten eine Vielzahl psychischer sowie physischer Symptome auf. Dazu gehören beispielsweise Antriebslosigkeit, Desinteresse, stark vermindertes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Jeder zehnte Mensch weltweit leidet an Depressionen; das sind insgesamt rund 350 Millionen Betroffene, von denen einige im Laufe der Krankheit (vor allem bei schweren depressiven Episoden) Suizidgedanken entwickeln. Etwa 15 % der Erkrankten sterben durch Suizid. Nach den neusten Zahlen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird Depression im Jahr 2020 die zweithäufigste Todesursache sein.

 

Dabei ist die Depression eine gut therapierbare psychische Krankheit. In etwa 80 % aller Krankheitsfälle kann durch die richtige Therapieform eine vollständige und dauerhafte Heilung erzielt werden.

 

Woran erkennt man eine Depression?

 

Zu Beginn ist es schwer, die unspezifischen Symptome einer Depression richtig einzuordnen. Betroffene erkennen den Ernst ihrer Situation oft erst spät, weswegen eine frühe Diagnose und schnelle Heilung oft nicht möglich ist. Am Anfang einer Depression stehen oft Anzeichen wie Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und schlechte Laune. Aber auch im frühen Stadium der Krankheit können körperliche Symptome, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Im weiteren Verlauf einer Depression empfinden Betroffene häufig ein Gefühl der inneren Leere, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Emotionslosigkeit. Es ist typisch, dass Patienten sich sogar zu alltäglichen Dingen, wie zur eigenen Körperhygiene oder Nahrungsaufnahme zwingen müssen.

 

Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10, sind dies die Hauptsymptome einer Depression:

 

  • Depressive Stimmung
  • Lustlosigkeit, Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit

 

Diese Symptome treten oft in Kombination mit einem oder mehreren der folgenden Anzeichen auf:

 

  • Konzentrationsstörungen
  • Appetitverlust
  • Schlafstörungen
  • Freud-, Lust und Hoffnungslosigkeit
  • Früherwachen und Morgentief
  • sozialer Rückzug
  • Gefühl der Erschöpfung
  • vermindertes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel
  • Schuldgefühle
  • Libidoverlust
  • Suizidgedanken
  • Agitiertheit

 

Wie wird eine Depression behandelt?

 

Die Therapie für Patienten, die unter einer Depression leiden, besteht in der Regel aus einer Kombination von einer Form der Psychotherapie und der Einnahme von Psychopharmaka (je nach Ausprägungsgrad der depressiven Symptomatik/Episode). Die besten Heilungschancen bietet eine individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlung. Dabei spielen die Art der Depression sowie die jeweiligen Ursachen und Lebensumstände des Betroffenen eine wesentliche Rolle. Bei leichteren Verlaufsformen der Krankheit führen Bewegungs- oder Entspannungstherapien häufig schon zum gewünschten Erfolg. Für mittelschwere bis schwere Depressionen wird eine für den Patienten personalisierte Therapie auf die folgenden drei Bausteine aufgebaut:

 

  • Medikamentöse Behandlung
  • Psychotherapie (verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch)
  • Unterstützende therapeutische oder psychosomatische Maßnahmen (z.B. Kunsttherapie, Ergotherapie, Sport sowie euthyme Aktivitäten)

 

Mit diesen Handlungsweisen stellen sich die ersten Behandlungserfolge bei den meisten depressiven Episoden schon innerhalb von wenigen Monaten ein.